Jeder Mensch ist ein Künstler
“Ich kann nicht malen.” Ein Satz, den ich in kunstpädagogischen Projekten häufig höre. Oft steckt dahinter weniger fehlendes Können als die Unsicherheit, etwas falsch zu machen oder den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen.
Dem möchte ich einen anderen Gedanken gegenüberstellen: “Jeder Mensch ist ein Künstler.” Nicht im Sinne von professioneller Kunst oder besonderem Talent. Sondern als Einladung, sich auszuprobieren, eigene Ideen zu entwickeln und etwas entstehen zu lassen.
In meinen bisherigen kunstpädagogischen Projekten habe ich erlebt, wie unterschiedlich Menschen ihren Zugang zur Kunst finden können. Manche beginnen sofort und arbeiten völlig selbstständig. Andere benötigen zunächst einen kleinen Impuls oder eine konkrete Technik. Wieder andere sind überzeugt, überhaupt nicht zeichnen oder malen zu können und finden über Umwege schließlich doch ihren eigenen Weg.
Dabei muss es nicht immer eine komplizierte Technik sein. Einfache Methoden können ausreichen, um erste Berührungsängste abzubauen und neugierig zu machen. Aus einzelnen Ideen können persönliche Bilder entstehen oder sogar gemeinsame Werke, die anschließend einen Raum verändern.
Im Mittelpunkt steht für mich deshalb nicht die Frage, wie gut ein Bild geworden ist. Viel interessanter ist, was während des Entstehungsprozesses passiert: Menschen probieren etwas aus, treffen eigene Entscheidungen, überwinden kleine Schwierigkeiten und erleben, dass sie selbst etwas bewirken können. Genau das liebe ich an kunstpädagogischer Projektarbeit.
Ich liebe es, Menschen dabei zuzusehen, wie sie durch Kunst aufleben. Wenn aus anfänglicher Zurückhaltung Begeisterung wird, jemand ganz in seinem Tun versinkt oder am Ende erstaunt auf das eigene Werk blickt, sind das für mich besonders inspirierende Momente.
Kunst kann einen Raum öffnen für Kreativität, Selbstwirksamkeit, Begegnung und Freude. Welche Form zukünftige kunstpädagogische Angebote annehmen werden, darf sich dabei noch entwickeln. Sicher ist für mich jedoch, dass ich diesen Bereich meiner Arbeit weiterverfolgen möchte.
Denn manchmal braucht es gar nicht viel, damit jemand sagen kann: “Das habe ich selbst gemacht
